F I V B  FEDERATION INTERNATIONALE DE VOLLEYBALL
PRESS RELEASE 11.06.2003

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Marco Liefke: Mit Herz die Herzprobleme gebannt Am Wochenende in Berlin gegen Weltmeister Brasilien

Berlin (pps). Optisch erinnern gerade einmal fünf winzige Narben an den Eingriff. Marco Liefke selbst kann sie kaum finden: „Irgendwie scheint mir die Operation schon Jahre entfernt, als ob die sonst wann gewesen wäre.“ Dabei ist nur etwas mehr als ein halbes Jahr ins Land gezogen, seit der 28 Jahre alte Volleyball-Nationalspieler Marco Liefke am Herzen operiert worden ist. Von der Leiste aus schoben die Ärzte des Heidelberger Klinikums einen Katheder zum Herzen, zerstörten einen Erregungsleister, der zuvor als Ursache für Liefkes Herzrasen in Folge eines Herzklappenfehlers diagnostiziert worden war. „Vielleicht kann ich jetzt, da die Beschwerden weg sind, befreiter aufspielen und noch ein bisschen mehr Leistung aus mir herausholen. Irgendwie war bei mir durch diese gesundheitlichen Probleme ständig eine kleine Blockade da“, sagte Liefke nach dem Eingriff. Kaum genesen jedenfalls, führte Liefke - als wäre nie etwas geschehen - den SCC Berlin zur Deutschen Volleyball- Meisterschaft. In allen drei Final-Spielen glänzte der gebürtige Schweriner als überragender Spieler. Liefke: „Ich habe im richtigen Moment immer die richtige Entscheidung getroffen. An so einem Tag möchte ich nicht gegen mich spielen müssen - das wäre deprimierend.“ Nicht schrecken wird dies allerdings die Akteure von Weltmeister Brasilien, am Samstag und Sonntag (jeweils 14.00 Uhr) im Rahmen der Weltliga Gast der deutschen Nationalmannschaft in der Berliner Max-Schmeling-Halle. Für Bundestrainer Stelian Moculescu dienen die Weltliga-Auftritte in erster Linie als perfekte Vorbereitung für die Europameisterschaft vom 5. bis 14. September in Karlsruhe, Leipzig und Berlin. In den Duellen mit Brasilien und Italien sollen Deutschlands Schmetterkünstler den einen oder anderen Satzgewinn feiern und vor allem Lernen. Gegen Portugal sollen Siege her. „Das mit dem Lernen und den Satzgewinnen ist ja schon ziemlich lange so. Es wird langsam Zeit, solche Spiele auch mal zu gewinnen“, sagte Liefke nach den beiden 1:3-Niederlagen gegen den dreimaligen Weltmeister Italien am vergangenen Wochenende in München. Liefke weiter: „Wir brauchen ein Erfolgserlebnis, Selbstvertrauen kann man sich auf Dauer nicht nur einreden.“ Gegen den amtierenden Weltmeister Brasilien verlor die DVV-Auswahl auswärts mit 0:3 und 1:3, in Portugal gab es immerhin einen Teilerfolg (3:2 und 1:3). Schließlich möchte sich der 207 Zentimeter lange Riese noch einen Traum erfüllen: „Einmal an Olympischen Spielen teilnehmen.“ Auf dem Weg dorthin ist eine erfolgreiche EM unbedingt erforderlich. „Wir wollen nach Berlin“, umschreibt Liefke das Nahziel. Nur die besten acht Mannschaften dürfen an der Endrunde in der deutschen Hauptstadt teilnehmen.


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