F I V B  FEDERATION INTERNATIONALE DE VOLLEYBALL
PRESS RELEASE 26.05.2003

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Weltliga 2003: Deutsche Bildungsreise zum Weltmeister - 0:3 und 1:3 in

Sao Paulo (sid/Peter Stracke) Beim Weltmeister Brasilien setzte es zum Auftakt der mit 15 Millionen Dollar dotierten Weltliga-Saison einen Tag nach dem 0:3 (15:25, 27:29, 19:25) eine 1:3 (16:25, 25:23, 13:25, 14:25)-Schlappe. Vor insgesamt fast 20.000 begeisterten Fans mussten die einheimischen Stars den geplanten Zeitrahmen einer Lehrstunde nur im zweiten Match deutlich überziehen. "Wir haben gezeigt bekommen, wo wir stehen und sind auf dem Boden der Tasachen zurück. Einige haben wohl gedacht, dass wir schon weiter sind. Wenn wir nicht lernen, uns zu wehren, bekommen wir bei der Europameisterschaft ein großes Problem", kommentierte Bundestrainer Stelian Moculescu den insgesamt verpatzten Einstand seiner Zwei-Meter-Riesen in die Eliteklasse der Schmetterkünstler. In der nächsten Woche (31.Mai/1. Juni) soll es in Matosinhos gegen Portugal besser werden. Der WM-Achte verlor seinen Auftakt in der Gruppe B beim achtmaligen Weltliga-Gewinner Italien glatt mit 0:3. "Schade, dass wir in Brasilien und Italien zwei so übermächtige Gegner in unserer Gruppe haben. Da sind die Chancen auf das Erreichen der Endrunde von vornherein minimal", meinte Moculescu. Nur die beiden Gruppenbesten qualifizieren sich für die Endrunde im Juli in Madrid. Wenigstens der Satzgewinn als das Minimalziel der Auswahl des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) gelang in der zweiten Partie, nachdem im ersten Match drei Satzbälle nicht verwertet werden konnten und eine 23:19-Führung im zweiten Durchgang nicht behauptet wurde. "Das hat mich wahnsinnig angestunken. Da hast du den Gegner im Griff und vertrödelst doch noch deine Chance mit Ungeschick und etwas Pech", meinte Hauptangreifer Marco Liefke. Der Berliner konnte sich am Netz gegen den starken Block der Brasilianer zu selten durchsetzen und wurde im zweiten Match durch den wesentlich effektiveren Friedrichshafener Christian Pampel ersetzt. Moculescu, der unbedingt mit dem Erfolgserlebnis eines gewonnenen Satzes aus dem Land des Weltmeisters nach Portugal weiterreisen wollte, setzte für den Abend nach der Auftaktpleite eine offiziell "Spielauswertung" genannte Manöverkritik an. Auf der wurde im dritten Stock des Teamhotels Pestana im Zentrum von Sao Paulo "Klartext" geredet. "Wir müssen einfach druckvoller aufschlagen. Dann können die Brasilianer nicht ihr schnelles Spiel aufziehen", erklärte Wolfgang Kuck nach der "nicht lauten aber deutlichen" Trainerschelte. Der 35-jährige Routinier vom französischen UC Montpellier vertrat den wegen einer Knieverletzung (Anriss der Patellasehne) fehlenden Italien-Profi Stefan Hübner als Kapitän gut. In der von beiden Seiten auf höherem Niveau geführten zweiten Partie konnte die DVV-Truppe ihren Plan aber nur phasenweise umsetzen, weil die Brasilianer auf Weltniveau verteidigten. Im zweiten Durchgang wackelte das Team trotz 22:17-Führung zwar erneut, behielt aber am Ende die Nerven, weil Pampel stark angriff und Kuck exzellente Aufschläge gelangen. Im 84 Minuten langen Match überzeugte bei den am Ende überforderten Deutschen noch Belgien-Profi Georg Wiebel als Mittelblocker. Der Friedrichshafener 2,08-Meter-Riese Norbert Walter plagte sich mit einer Bindehautentzündung, musste einen Facharzt aufsuchen und wurde nicht eingesetzt.


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