F I V B  FEDERATION INTERNATIONALE DE VOLLEYBALL
PRESS RELEASE 23.05.2003

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Deutschland: Mannschaft gut in Brasilien gelandet - Interview mit Bundestrainer Stelian Moculescu!

Gestern morgen, 22. Mai um 5.10 Uhr (Brasilien ist fünf Stunden hinter unserer Zeit), landete der Flieger mit der DVV-Auswahl an Bord wohlbehalten in Sao Paulo. Dort bestreitet die deutsche Mannschaft gegen Weltmeister Brasilien ihren Auftakt zur Weltliga 2003. Peter Stracke (SID), der das Team nach Brasilien und Portugal begleitet, und von den Spielen berichtet, sagte, dass erste Training sei gut gelaufen, die Unterbringung im Hotel Pestana wäre auch okay. Heute werde die Mannschaft nochmals zwei Mal trainieren. Einige Reporter(innen) aus Brasilien wären auch schon angerückt - Das Land stehe eben auf Volleyball. Einen Tag vor dem Saisonauftakt der Weltligasaison 2003 mit dem Gastspiel bei Weltmeister Brasilien (24. und 25. Mai) äußerte sich Bundestrainer Stelian Moculescu (SM) in einem Interview zu Weltliga, EM und weiteren Themen. Das dritte Jahr hintereinander in der Weltliga: 2001 gab es keinen Sieg, 2002 vier Siege und 2003? SM:" Weiß ich nicht, das wird schwieriger werden. Wir wollen gegen Portugal gewinnen. Gegen Brasilien und Italien muss man sehen, was zu machen ist. Das sind absolute Weltklasse-Teams. Gegen solche Mannschaften muss alles stimmen, wenn wir eine Chance haben wollen." Wo sind die Stärken, wo sind die Schwächen ihrer Mannschaft? SM: "Wir sind gut im Block und im Aufschlag. Wenn wir uns ein bisschen in der Annahme und im Zuspiel verbessern, dann sind wir auf einem guten Weg." In welchen Bereichen sind Mannschaften wie Brasilien und Italien stärker als Deutschland? SM: "Insbesondere in den Bereichen Annahme und Verteidigung." Woran liegt das? SM: "Das ist eine gute Frage. Zum Teil ist die Schulung der Spieler besser, zum anderen liegt es auch daran, dass sie härtere Wettkampfbedingungen haben." In diesem Jahr ist die Weltliga nicht der einzige Höhepunkt, vom 5.-14. September finden die Männer-Europameisterschaften in Deutschland statt. Sehen Sie die Weltliga auch als Vorbereitung auf die EM 2003 an? SM: "Ja, zwangsläufig." Im 18-er Weltliga-Kader fehlt so ein bekannter Name wie der von Bogdan Jalowietzki, der auch bei ihnen beim VfB Friedrichshafen im Verein spielt. Warum? SM: "Bobby hat bis zum Weltliga-Beginn viel gespielt. Er ist ja auch schon ein bisschen älter und braucht ein bisschen Ruhe." Hat er für die EM also noch alle Chancen? SM: "Auf alle Fälle. Ich werde mir die Leistung der Mitteblocker genau ansehen und dann für die EM planen." Haben sonst noch weitere Spieler die Chance, auf den EM-Zug zu springen, oder wird sich der 12-er EM-Kader aus diesen 18 Spielern rekrutieren? SM: "Das wird schwierig, es gibt nicht mehr allzu viele. Die, die jetzt nicht im 18-er Kader für die Weltliga sind, müssen sich selber fit halten. Bei Verletzungsproblemen - hoffentlich bleiben wir davon verschont - müssen diese dann "Gewehr bei Fuß" stehen. Wolfgang Kuck ist nach einer Pause wieder in der Nationalmannschaft. Was versprechen Sie sich von seinem Mitwirken? SM: "Wolfgang ist ein sehr guter, technisch ausgereifter und routinierter Spieler. Ich denke, dass er insbesondere in den Bereichen, in denen wir unsere Schwächen haben, die Mannschaft ergänzt und weiterbringt." Im aktuellen Kader sind Routiniers wie Kuck und Liefke sowie jüngere Spieler wie Björn Andrae, aber auch Jochen Schöps. Ist eine gesunde Mischung der Weg zum Erfolg? SM: "Es gibt keinen anderen Weg. Alle anderen Nationen machen uns das vor und spielen mit 20- und 30-jährigen. Der Volleyball ist ja nicht nach der EM zu Ende, sondern man muss auch weiter denken, z.B. an die Olympischen Spiele 2012, die ja vielleicht in Deutschland sind. Dann müssen die heute 17- und 18-jährigen topp sein." Mit Marco Fenoglio stößt ein italienischer Co-Trainer zur Nationalmannschaft. Was erhoffen Sie sich davon? SM: "Es immer wichtig, dass man über den Tellerrand guckt. Er war lange Zeit Co-Trainer bei der Nationalmannschaft unter Trainer Anastasi. Er kann am Mann arbeiten und ist ein guter Konditionstrainer. Ich will Eigenschaften und Prinzipien, die die Italiener gut gemacht haben, für uns gewinnen." Die Jahre 2001 - 2003 wollte und will die Mannschaft in der Weltliga insbesondere von den anderen Nationen lernen. Wann geht die deutsche Mannschaft in der Weltliga an den Start mit dem Ziel, "wir wollen die Endrunde erreichen?" SM: "Das kann ich noch nicht sagen. Das werden wir dieses Mal noch nicht schaffen, aber irgendwann sollte man das Ziel ins Auge fassen." Was ist das Ziel für die EM 2003? SM: "Wenn wir nach Berlin kommen, dann ist das eine gute Geschichte."


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