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Gestern morgen, 22. Mai um 5.10 Uhr (Brasilien ist fünf Stunden hinter
unserer Zeit), landete der Flieger mit der DVV-Auswahl an Bord wohlbehalten
in Sao Paulo. Dort bestreitet die deutsche Mannschaft gegen Weltmeister
Brasilien ihren Auftakt zur Weltliga 2003. Peter Stracke (SID), der das Team
nach Brasilien und Portugal begleitet, und von den Spielen berichtet, sagte,
dass erste Training sei gut gelaufen, die Unterbringung im Hotel Pestana
wäre auch okay. Heute werde die Mannschaft nochmals zwei Mal trainieren.
Einige Reporter(innen) aus Brasilien wären auch schon angerückt - Das Land
stehe eben auf Volleyball.
Einen Tag vor dem Saisonauftakt der Weltligasaison 2003 mit dem Gastspiel
bei Weltmeister Brasilien (24. und 25. Mai) äußerte sich Bundestrainer
Stelian Moculescu (SM) in einem Interview zu Weltliga, EM und weiteren
Themen.
Das dritte Jahr hintereinander in der Weltliga: 2001 gab es keinen Sieg,
2002 vier Siege und 2003?
SM:" Weiß ich nicht, das wird schwieriger werden. Wir wollen gegen Portugal
gewinnen. Gegen Brasilien und Italien muss man sehen, was zu machen ist. Das
sind absolute Weltklasse-Teams. Gegen solche Mannschaften muss alles
stimmen, wenn wir eine Chance haben wollen."
Wo sind die Stärken, wo sind die Schwächen ihrer Mannschaft?
SM: "Wir sind gut im Block und im Aufschlag. Wenn wir uns ein bisschen in
der Annahme und im Zuspiel verbessern, dann sind wir auf einem guten Weg."
In welchen Bereichen sind Mannschaften wie Brasilien und Italien stärker als
Deutschland?
SM: "Insbesondere in den Bereichen Annahme und Verteidigung."
Woran liegt das?
SM: "Das ist eine gute Frage. Zum Teil ist die Schulung der Spieler besser,
zum anderen liegt es auch daran, dass sie härtere Wettkampfbedingungen
haben."
In diesem Jahr ist die Weltliga nicht der einzige Höhepunkt, vom 5.-14.
September finden die Männer-Europameisterschaften in Deutschland statt.
Sehen Sie die Weltliga auch als Vorbereitung auf die EM 2003 an?
SM: "Ja, zwangsläufig."
Im 18-er Weltliga-Kader fehlt so ein bekannter Name wie der von Bogdan
Jalowietzki, der auch bei ihnen beim VfB Friedrichshafen im Verein spielt.
Warum?
SM: "Bobby hat bis zum Weltliga-Beginn viel gespielt. Er ist ja auch schon
ein bisschen älter und braucht ein bisschen Ruhe."
Hat er für die EM also noch alle Chancen?
SM: "Auf alle Fälle. Ich werde mir die Leistung der Mitteblocker genau
ansehen und dann für die EM planen."
Haben sonst noch weitere Spieler die Chance, auf den EM-Zug zu springen,
oder wird sich der 12-er EM-Kader aus diesen 18 Spielern rekrutieren?
SM: "Das wird schwierig, es gibt nicht mehr allzu viele. Die, die jetzt
nicht im 18-er Kader für die Weltliga sind, müssen sich selber fit halten.
Bei Verletzungsproblemen - hoffentlich bleiben wir davon verschont - müssen
diese dann "Gewehr bei Fuß" stehen.
Wolfgang Kuck ist nach einer Pause wieder in der Nationalmannschaft. Was
versprechen Sie sich von seinem Mitwirken?
SM: "Wolfgang ist ein sehr guter, technisch ausgereifter und routinierter
Spieler. Ich denke, dass er insbesondere in den Bereichen, in denen wir
unsere Schwächen haben, die Mannschaft ergänzt und weiterbringt."
Im aktuellen Kader sind Routiniers wie Kuck und Liefke sowie jüngere Spieler
wie Björn Andrae, aber auch Jochen Schöps. Ist eine gesunde Mischung der Weg
zum Erfolg?
SM: "Es gibt keinen anderen Weg. Alle anderen Nationen machen uns das vor
und spielen mit 20- und 30-jährigen. Der Volleyball ist ja nicht nach der EM
zu Ende, sondern man muss auch weiter denken, z.B. an die Olympischen Spiele
2012, die ja vielleicht in Deutschland sind. Dann müssen die heute 17- und
18-jährigen topp sein."
Mit Marco Fenoglio stößt ein italienischer Co-Trainer zur
Nationalmannschaft. Was erhoffen Sie sich davon?
SM: "Es immer wichtig, dass man über den Tellerrand guckt. Er war lange Zeit
Co-Trainer bei der Nationalmannschaft unter Trainer Anastasi. Er kann am
Mann arbeiten und ist ein guter Konditionstrainer. Ich will Eigenschaften
und Prinzipien, die die Italiener gut gemacht haben, für uns gewinnen."
Die Jahre 2001 - 2003 wollte und will die Mannschaft in der Weltliga
insbesondere von den anderen Nationen lernen. Wann geht die deutsche
Mannschaft in der Weltliga an den Start mit dem Ziel, "wir wollen die
Endrunde erreichen?"
SM: "Das kann ich noch nicht sagen. Das werden wir dieses Mal noch nicht
schaffen, aber irgendwann sollte man das Ziel ins Auge fassen."
Was ist das Ziel für die EM 2003?
SM: "Wenn wir nach Berlin kommen, dann ist das eine gute Geschichte."
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